Digital und sozial – Zoom doch mal!

Die Situation, mit der wir seit dem letztem Jahr März zu kämpfen haben, ist für viele nicht einfach, vor allem, weil der Mensch ein kommunikatives, mitteilungsbedürftiges und soziales Wesen ist.

Wir dachten uns: Was können wir als Bürgerhaus und Begegnungszentrum tun, um trotz der räumlichen Trennung ein Gemeinschaftsgefühl beizubehalten und gleichzeitig unseren Bürger*innen den Umgang mit Technik zugänglich zu machen?

Die Entstehung

Es wurde das Projekt „digital und sozial“ ins Leben gerufen.

Am Anfang war es etwas holprig, unsere Ideen und Wünsche gemäß der Corona-Maßnahmen einzubauen und anzupassen.

Wir beschäftigten uns zunächst selbst mit Zoom und machten uns vertraut mit allem. Wir starteten im Oktober Testmeetings, die uns den praktischen Umgang näherbrachten.

Dann trafen wir uns mit den drei PC-Kursleitern, um Informationen zu sammeln sowie die Vor- und Nachteile der sozialen Medien und der Digitalisierung zu besprechen.

Mit dieser Hilfe und Unterstützung von ehrenamtlichen Helfer*innen, die selbst auch seit Jahren PC-Kurse im Bürgerhaus leiten, gelang es uns, eine hervorragende Truppe über Zoom zusammenzufügen sowie eine gute Struktur zu schaffen.

Dann im November 2020 war es so weit, das erste Meeting mit Teilnehmer*innen konnte stattfinden. Es war liebevoll, chaotisch und die Unsicherheit war zu spüren, nicht nur bei den Teilnehmer*innen, sondern auch bei uns.

Wir haben uns den einzelnen Teilnehmer*innen angenommen, weil jeder woanders stand. Unser Ziel war es, jeden da abzuholen, wo er war. Hannes Burgemeister, Andreas Frank und Bärbel Moll nahmen die Teilnehmer*innen persönlich über Zoom unter ihre Fittiche und trainierten gemeinsam die Abläufe mit viel Geduld.

So wurden die Teilnehmer*innen immer sicherer und konnten im Laufe weniger Wochen sogar selbst Meetings starten.

Das sahen wir als vollen Erfolg an. Doch natürlich wollten wir noch mehr erreichen.

Das Wachstum

Diese Truppe wuchs, nach dem ersten Treffen mit nur drei Teilnehmer*innen, wurden es nach einigen Tagen schnell fünf, dann zehn und schlussendlich noch mehr.

Somit konnten wir immer mehr Ziele umsetzen und auch auf die Wünsche und Bedürfnisse der Teilnehmer*innen eingehen. Durch das Wachstum an Leuten, haben diese auch persönliche Präsentationen und Themen mit eingebracht, überwiegend über die Gesundheit und was wir für uns selbst bewirken können.

Trotz mancher technischer Einschränkungen gelang es uns, die Teilnehmer*innen Schritt für Schritt heranzuführen und ihnen sämtliche Zoom-Fähigkeiten beizubringen, die sie dann problemlos selbständig einsetzen konnten. Wir schufen auch eine Kommunikationsebene, wo Menschen aus vielfältigen Bereichen soziale Kontakte beibehalten konnten.

Natürlich war unser Hauptaugenmerk nicht überwiegend darauf fokussiert, dass es nur um Zoom geht. Für Abwechslung wurde stets gesorgt, unter anderem von den Projektleiter*innen, als auch von den Teilnehmer*innen selbst.

Ständiger Austausch brachten uns einander näher. Zur Weihnachtszeit machten wir zum Abschluss Entspannungsrunden. Die bestanden aus Gedichtvorträgen und daraus, gemeinsam Weihnachtslieder zu singen.

Durch das viele Training und die Wiederholungen gelang es beinahe allen Teilnehmer*innen, selbständig private Zoom-Treffen zu starten und somit der Familie so nah zu sein, wie es ihnen eben möglich war.

Für mich persönlich war das ein schöner Erfolg und als alle davon erzählten, war ich sehr berührt. Das hat mir gezeigt, dass es die kleinen Dinge und Erlebnisse sind, die uns daran erinnern, dass das Leben so schön sein kann.

Durch die ständige Kommunikation verlor die Truppe nie die Hoffnung und blieb stets optimistisch. Wir ließen auch Raum für die Äußerung zu den Corona-Maßnahmen, bei denen wir bemerkten, dass wir vorher so viele Dinge als selbstverständlich betrachtet haben.

Dadurch kam es zu zwei Treffen, bei denen ich vorschlug, dass jeder ein paar Fotos vorstellen und von seinem schönsten Reiseziel berichten könne. Dadurch konnten wir alle wunderbar in Erinnerungen schwelgen.

Was wird noch kommen, und wie meistern wir die nächsten Monate?

Unser Ziel ist es, dies auch weiterhin so fortzuführen und natürlich zu verbessern. Wir haben Ziele, die wir hoffentlich dieses Jahr noch umsetzen können.

Wir führen die Treffen wöchentlich fort, auch wenn das Projekt offiziell vorbei ist, und es ist großartig, wie wunderbar sich die mittlerweile alten Hasen um die Neuzugänge kümmern und wie viel Einsatzbereitschaft herrscht. Es fühlt sich nicht mehr nur wie eine Zoom-Gruppe an, sondern eher wie eine kleine Familie der digitalen Technikwelt.

Sie denken, dass Sie einen Teil dazu beitragen können und sich dem anschließen wollen, um zu lernen, zu lachen und wieder etwas Neues zu erleben? Dann schließen Sie sich gerne an, jede*r ist willkommen!

Autorin: Tanja Reh, Projektkoordinatorin, Bundesfreiwillige im Bürgerhaus Stern*Zeichen, im April 2021

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